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URL: http://www.welt.de/wissenschaft/article1306932/Die_teuerste_Roboter-Rallye_der_Welt.html
28. Oktober 2007, 17:17 Uhr
Von Hans-Arthur Marsiske
Künstliche Intelligenz

Die teuerste Roboter-Rallye der Welt

Bei der Urban Challenge in Kalifornien fahren Fahrzeuge ohne Fahrer im Kreis um die Wette. Das kostet 20,5 Millionen Dollar und hat dennoch einen Sinn: Die "Fahrer" sollen einen fließenden Verkehr simulieren. Oder sich an einer Kreuzung korrekt verhalten.
Ein VW Passat, gekreuzt mit (menschlicher) Intelligenz der Stanford University, nimmt an der Roboter-Rallye teil
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"Hupen zwecklos, Fahrer träumt gerade vom 1. FC XY" - so oder ähnlich lautet die Warnung auf manchem Autoheck. Bei den Fahrzeugen, die gegenwärtig auf dem Gelände der ehemaligen George Air Force Base bei Victorville in Kalifornien ihre Runden drehen, müsste es heißen: Hupen zwecklos, kein Fahrer an Bord. Denn hier ist gerade die Urban Challenge in ihre Endphase getreten, der dritte Wettbewerb für autonome Fahrzeuge, veranstaltet von der US-Militärforschungsbehörde Darpa (Defense Advancec Research Projects Agency).
Wenn trotzdem gelegentlich gehupt wird, dient das nicht als Warnung an das Fahrzeug, das vielleicht gerade einem menschlichen Testfahrer die Vorfahrt genommen hat. Es ist vielmehr ein Hinweis an die Juroren, die jeden Fehler akribisch notieren. Denn die zehn Fahrer, die hier im Kreis um einen Parkplatz herumfahren und so einen städtischen, fließenden Verkehr simulieren, merken es am ehesten, wenn das fahrerlose Fahrzeug einen Fehler macht. Das korrekte Einfädeln in den fließenden Verkehr ist eine von drei Aufgaben, mit denen die Veranstalter 20 Kandidaten für das Finale am 3. November ermitteln wollen. Bei den anderen beiden Tests geht es um das korrekte Verhalten an einer Kreuzung sowie um das Ansteuern vorgegebener Zielpunkte in einem komplexen Straßennetz in möglichst kurzer Zeit.

100 Kilometer in sechs Stunden

Noch bis Mittwoch läuft diese Qualifikationsrunde. Die Finalisten müssen dann am Samstag in einer städtischen Umgebung eine knapp 100 Kilometer lange Strecke in weniger als sechs Stunden bewältigen. Den drei besten Teams, denen das gelingt, winken Geldpreise in Höhe von zwei Millionen, einer und einer halben Million Dollar.
Mit den Wettbewerben folgt die Darpa einer Vorgabe des US-Kongresses, wonach bis zum Jahr 2015 ein Drittel der Fahrzeuge im Militäreinsatz unbemannt fahren sollen. Bei den ersten beiden Grand Challenges in den Jahren 2004 und 2005 war es noch darum gegangen, eine Wüstenstrecke von etwa 200 Kilometern innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne abzufahren. Auf andere Verkehrsteilnehmer musste keine Rücksicht genommen, sondern lediglich die Straße erkannt werden. Das allein erwies sich als schwierig genug: Bei der ersten Grand Challenge kam das beste Fahrzeug gerade mal zwölf Kilometer weit. Bei der zweiten schafften es dafür gleich sechs bis ins Ziel, wenn auch nicht alle innerhalb des Zeitlimits von zehn Stunden.

Beobachtung der Umgebung

Um bei der Urban Challenge zu bestehen, reicht es jedoch nicht mehr aus, nur nach vorn zu schauen. Die Fahrzeuge müssen ihre gesamte Umgebung beobachten und über erheblich mehr Intelligenz verfügen, um das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer richtig einschätzen zu können.
Unter den 35 Teams, die es in die vorletzte Runde geschafft haben, sind auch vier aus Deutschland, die lediglich aus formalen Gründen einen US-Staatsbürger als Teamchef benennen mussten. Zusammen mit einem israelisch-amerikanischen Team sind es die einzigen nicht amerikanischen Teilnehmer. Von ihnen hat am ersten Tag insbesondere das Team AnnieWay, hervorgegangen aus dem Sonderforschungsbereich Kognitive Automobile der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), eine gute Leistung gezeigt. Die übrigen Teams von der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Braunschweig und der Hamburger Firma Ibeo haben bis Mittwoch aber noch reichlich Gelegenheit, aufzuholen.

Die Kombination ist das Intelligente

Mit einem solchen, offenen Wettbewerb hat die Darpa Neuland betreten. Die Methode wird aber schon jetzt als Erfolg gewertet. Es sei darum gegangen, das Labor zu verlassen und eine Gemeinschaft von Forschern zu schaffen, sagt Darpa-Sprecherin Jan Walker. Dabei sollten insbesondere auch Forscher gewonnen werden, die sonst nicht für das Militär arbeiten. Mehrere Gründe, so Walker, hätten für einen Wettbewerb gesprochen: "Zum einen handelt es sich um eine wichtige Technologie. Zum anderen ist das Einstiegslevel niedrig: Die nötigen Komponenten wie Autos, Computer und Sensoren sind bereits vorhanden. Was fehlt, sind die Ideen, sie intelligent zu kombinieren."
Um diese Ideen auf breiter Ebene abzuschöpfen, lässt die Darpa einiges springen. Auf 20,5 Millionen Dollar beziffert Walker das Budget des diesjährigen Wettbewerbs, hinzukommen 3,5 Millionen an Preisgeldern für die drei Bestplatzierten Teams. Damit ist die Urban Challenge mit Abstand der teuerste Roboterwettbewerb der Welt. Zum Vergleich: Eine RoboCup-Weltmeisterschaft kommt mit etwa einem Zehntel des Geldes aus, das Budget der letzten Elrob (European Land-Robot Trial), dem europäischen Gegenstück zum Darpa-Wettbewerb, belief sich sogar auf vergleichsweise lächerlich wenige Tausend Euro.
Verglichen mit den Kosten für die Entwicklung eines mittleren Waffensystems, die leicht Milliardenhöhe erreichen können, nimmt sich das Budget der Urban Challenge allerdings ebenfalls schon fast wieder bescheiden aus.
 
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Rüdiger meint:
29-10-2007, 08:28 Uhr
Ist schon eine coole Technik!!! Spielend könnte diese Technik auch einen Lokführer ersetzen!
1
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