bplist00 _WebMainResource_WebSubresources_WebSubframeArchives ^WebResourceURL_WebResourceTextEncodingName_WebResourceMIMEType_WebResourceData_WebResourceFrameName_ghttp://www.welt.de/wissenschaft/article3256253/Bundeswehr-ruestet-Drohnen-mit-Waffen-auf.html?print=yesUUTF-8Ytext/htmlO
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Die USA machen es vor: Waffenstarrende Drohnen sind längst Standard in der Kriegsführung. Nun will das deutsche Militär im Ernstfall ebenfalls hochgerüstete Roboter ins Gefecht schicken. Für die Erweiterung der militärischen Fähigkeiten seien Drohnen unabdingbar, heißt es als Begründung.
Die US-amerikanische Drohne MQ-1 Predator beschoss 2001 einen Autokonvoi, in dem Osama Bin Laden vermutet wurde
Waffensysteme der Zukunft
Die kleinen Drohnen sind vielseitig einsetzbar
Die US-Marine plant eine neue Kanone
Unbemannte Fahrzeuge und Roboter der Bundeswehr
werden zu Waffenträgern – das ist das Fazit eines zweitägigen Forums, das
die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) kürzlich in Bad Godesberg
veranstaltete. Derzeit würden unbemannte Fluggeräte mit bewaffneten Systemen
erweitert, stellte Tagungsleiter Ullrich Heym vom
Bundesverteidigungsministerium fest. Es ist die Rede von „Wirkmitteln“ als
Zuladung oder von der „Einrüstung letaler Waffen“.
Noch vor Kurzem wurde das Gegenteil behauptet. So sagte der stellvertretende
Heeresinspekteur, Generalleutnant Günter Weiler, im Juli 2008 bei der
europäischen Leistungsschau Robotik (Elrob), bewaffnete Systeme würden
bewusst nicht angestrebt. In der Tat dienten ferngesteuerte Systeme lange
Zeit vor allem der Überwachung. Im Golfkrieg von 1991 übermittelten
fliegende Drohnen Zielkoordinaten an die vor der Küste stationierten
Kriegsschiffe, 1999 übermittelten sie in Echtzeit Bilder aus dem Kosovo.
Datensammeln und Beobachten sind auch weiterhin die Hauptaufgaben
unbemannter Systeme. Daneben sollen sie aber nun auch bei der Bundeswehr in
der Lage sein, sofort zu reagieren.
Von den USA wurden die ersten Roboterangriffe 2002 in Afghanistan
durchgeführt. Damals feuerte eine Aufklärungsdrohne MQ-1 Predator Raketen
auf einen Autokonvoi, in dem Osama Bin Laden vermutet wurde. Der letzte
bekannt gewordene Angriff erfolgte am 23.Januar 2009, als Predators mehrere
Häuser im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan zerstörten und 18
Menschen töteten.
Bei unbemannten Systemen sind Fluggeräte bislang am weitesten ausgereift. Die
im Kosovo-Konflikt verwendeten Drohnen etwa seien „nicht ganz ohne Einfluss
auf den Ausgang dieses Krieges“ gewesen, meinte DWT-Vorsitzender Vizeadmiral
a.D. Hans Frank.
Die Fähigkeit zur raschen Reaktion auf Erkenntnisse vor Ort wünscht sich auch
die deutsche Luftwaffe – und wird sie bekommen. Noch ist nicht entschieden,
ob die amerikanischen PredatorB angeschafft werden oder das konkurrierende
israelische Modell HeronTP. Aber klar ist: Das deutsche Militär wird
zukünftig bewaffnete Roboter ins Gefecht schicken.
Drohnen lieferten auch früher schon Zielkoordinaten für weiter entfernte
Raketenbasen und Artillerie. Die Geschosse vom unbemannten Fluggerät direkt
abzufeuern ist in militärischer Logik eine unausweichliche Konsequenz.
Während es in der Diskussion über unbemannte
bewaffnete Systeme lange Zeit vor allem um den Schutz von Soldaten ging,
sollen jetzt die militärischen Fähigkeiten generell erweitert werden. Das
betonten mehrere Redner beim DWT-Forum und nannten wiederholt die
„asymmetrische Bedrohung“ etwa durch Selbstmordattentäter. Sie erfordere
verstärkte Aufklärungs- und Überwachungsaktivitäten. So ist beispielsweise
ein sich schnell bewegendes Ziel wie ein fahrendes Auto auf andere Weise als
mit einer autonom reagierenden bewaffneten Drohne kaum zu treffen.
Joachim Kimpel vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung brachte das
Beispiel eines in einem Hafen stationierten Militärschiffs, das auf Angriffe
durch mit Sprengstoff gefüllte Boote vorbereitet sein müsse. „Mit
Technologie allein ist diese Bedrohung nicht zu erkennen“, so Kimpel. Ein
angreifendes Sprengstoffboot müsse zwischen anderen Fahrzeugen
herausgefiltert werden. Hierbei sollen „abgesetzte Sensorträger“ helfen –
unbemannte Vehikel, die sich sowohl auf der Wasseroberfläche als auch unter
Wasser bewegen können.
Insbesondere bei Unterwassersystemen gibt es einen starken Entwicklungsdruck
hin zu autonomen Funktionen, da die Kommunikation mit den sie steuernden
Plattformen sehr schwierig ist. Jörg Schmidt vom Bundesamt für Wehrtechnik
und Beschaffung berichtete von einer Kooperation mit Singapur, wo in die
Kaimauer des Hafens Unterwassergaragen gebaut werden sollen, um von dort aus
mit Robotern eine kontinuierliche Überwachung des potenziellen Angriffsziels
zu gewährleisten. Die angestrebten autonomen Funktionen solcher
Unterwasserwächter beinhalten Hindernisvermeidung und die automatische
Identifikation und Klassifikation von anderen Fahrzeugen.
Die Tauchgeräte sollen Veränderungen der Umgebung erkennen und nach
Möglichkeit auch gefährliche Gegenstände wie Minen identifizieren können.
Auch der Einsatz in Schwärmen und Verbänden ist ein Ziel der Entwickler.
Wenn es um das rasche Beseitigen von Bedrohungen auf See geht, sind Oberflächenfahrzeuge den Unterwasservehikeln allerdings klar überlegen. Danny Anbary von der israelischen Firma Elbit Systems präsentierte das System Silver Marlin, ein 45 Knoten schnelles Boot, das Zielkoordinaten an die Kontrollstation übermitteln, aber auch selber mit einem 7,62-Millimeter-Maschinengewehr das Feuer eröffnen kann. Das Gewehr werde von einem Operator über einen eigenen Kommunikationskanal ausgelöst, versicherte Anbary. Das Boot könne autonom vorgegebene Koordinaten ansteuern und sich an Wind und Wellen anpassen. Vergleichbare Systeme sind hierzulande noch in der Erprobung. Dazu zählen RoboShip von der Firma Rheinmetall und das von der Veers GmbH entwickelte SeewieselII.
Am weitesten von der Einsatzreife entfernt sind unbemannte Landsysteme (mit und ohne Bewaffnung). Anders als Luft- und Wassersysteme bewegen sie sich nicht in einem homogenen Medium und müssen sich in einer sehr unstrukturierten Umgebung orientieren. Zunächst werden wohl vor allem besonders gefährdete Munitions- und Kraftstofftransporter unbemannt fahren. Den Schutz solcher Konvois müssten indessen vorerst weiterhin bemannte Fahrzeuge übernehmen. Die Ausrüstung auch unbemannter Landfahrzeuge mit Waffen zum Schutz scheint jedoch langfristig unausweichlich.
Die USA machen es vor: Waffenstarrende Drohnen sind längst Standard in der Kriegsführung. Nun will das deutsche Militär im Ernstfall ebenfalls hochgerüstete Roboter ins Gefecht schicken. Für die Erweiterung der militärischen Fähigkeiten seien Drohnen unabdingbar, heißt es als Begründung.
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Unauffällig schleicht er sich an Bord, versteckt sich zwischen den Essensvorräten und ist vom Personal höchst unerwünscht: der blinde Passagier. So durchstreift er die Weltmeere – und das ohne einen Cent zu bezahlen. Helmholtz-Forscher nutzen diese dreiste Art jetzt für ihre Forschung und schleusen blinde Passagiere auf Schiffen ein.
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Die USA machen es vor: Waffenstarrende Drohnen sind längst Standard in der Kriegsführung. Nun will das deutsche Militär im Ernstfall ebenfalls hochgerüstete Roboter ins Gefecht schicken. Für die Erweiterung der militärischen Fähigkeiten seien Drohnen unabdingbar, heißt es als Begründung.