Robocup-WM 2006 kommt nach Bremen Hans-Arthur Marsiske 19.12.2003 Die massive Unterstützung durch die Landesregierung überzeugte Dass der RoboCup [1] 2006 parallel zurFIFA-Fußball-WM in Deutschland stattfinden würde, war schon seit längerem klar. Jetzt steht auch fest, in welcher Stadt die Fußballroboter ihren Weltmeister auskicken werden: Der AK RoboCup in der Deutschen Gesellschaft für Informatik entschied sich unter den drei Bewerbern Berlin, Bremen und Paderborn einstimmig für Bremen und folgte damit dem Votum eines eigens für die Entscheidung zusammengestellten Gutachtergremiums. Zwar konnte Berlin nicht nur mit dem Hauptstadtbonus, sondern auch mit einem hochkarätigen Organisationskomitee trumpfen, dessen Mitglieder schon mehrere Weltmeister [2]- und Vizeweltmeistertitel [3] gewonnen haben. Und Paderborn brachte mit dem weltgrößten Computermuseum [4] eine außergewöhnliche Location und mit drei erfolgreich veranstalteten RoboCup German Open [5] wertvolle Erfahrung ins Spiel. Überzeugt hat aber am Ende die politische Entschlossenheit, mit der die Bremer ihre Bewerbung vortrugen. Mit Staatsrat Heiner Henseler war sogar ein Vertreter der Senatskanzlei angereist, um für seine Stadt zu werben. Bremen wolle bis zum Jahr 2010 zu einem der zehn führenden Technologiestandorte Deutschlands werden, sagte er. Der RoboCup passe hervorragend zu diesem Konzept. Das brachte er nicht nur in einer gelungenen, witzigen Präsentation zum Ausdruck, sondern auch in Zahlen, die alles andere in den Schatten stellten: Der Senat, versicherte Henseler, sei bereit, sich an den knapp 2 Millionen Euro Gesamtkosten der Veranstaltung mit einem Betrag von 1,25 Millionen Euro zu beteiligen. Das sei als eine Art Ausfallbürgschaft zu verstehen: Sollten mehr Sponsorengelder eingeworben werden, würde der Beitrag der Bremer Regierung entsprechend sinken. Mit der Deutschen Telekom sei bereits ein Großsponsor gewonnen worden. Er könne daher einen Gesamtbetrag von 1,5 Millionen Euro garantieren. Nun hat es mit solchen Zusagen beim RoboCup schon schmerzliche Erfahrungen gegeben. Hans-Dieter Burkhard, Vertreter des Board of Trustees der RoboCup Federation, erinnerte daran, dass für die WM 2000 in Melbourne auch eine Million Australische Dollar zugesichert gewesen waren, die sich aufgrund veränderter politischer Verhältnisse in Nichts auflösten. Henseler unterstrich daraufhin die Stabilität der Bremer großen Koalition. Zudem gebe es bis 2006 keine Wahlen. "Diese Zusage ist belastbar", sagte er. Nun haben also auch die Bremer, bei denen keine Spiele der FIFA-WM stattfinden, ihre Fußballweltmeisterschaft. Und alle Teilnehmer des Auswahlverfahrens, auch die am Ende unterlegenen Bewerber, wirkten fest entschlossen, diese zehnte RoboCup-WM zur bislang besten zu machen. Hans-Arthur Marsiske hat zusammen mit Hans-Dieter Burkhard das Telepolis-Buch Endspiel 2050. Wie Roboter Fußball spielen lernen [6] geschrieben. Links [1] http://www.robocup.org/ [2] http://www.ki.informatik.hu-berlin.de/ [3] http://robocup.mi.fu-berlin.de/index.html [4] http://www.hnf.de/ [5] http://ais.gmd.de/GO/2003/ [6] http://www.heise.de/tp/deutsch/html/buch_8.html Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/deutsch/special/robo/16363/1.html ------------------------------------------------------------------------ Copyright © 1996-2003. All Rights Reserved. Alle Rechte vorbehalten Heise Zeitschriften Verlag, Hannover