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Montag, 5. Mai 2008

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Roboter: Die Integration der RoboCup German Open in die Hannover Messe verlief sehr erfolgreich

Zu Gast bei Freunden - RoboCup in neuer "Arena"  

VDI nachrichten, Hannover, 2. 5. 08, ber - Kickende Roboter waren auf der Hannover Messe dieses Jahr im neuen Ausstellungsbereich Mobile Roboter in Halle 25 zu sehen. Der neue Austragungsort und das harmonische Miteinander von Ausstellern, Forschungsinstituten und RoboCup-Teams waren die beherrschenden Themen, die den Wettbewerb beinahe in den Hintergrund drängten.

Auf die Frage, wie der neue Ausstellungsbereich zur mobilen Robotik angenommen worden sei, zeigte Susanne Schütz von der Deutschen Messe AG den nach oben gereckten Daumen. "Die Aussteller sind hoch zufrieden", sagte die Organisatorin der Halle 25, "sie schätzen das gemischte Publikum und konnten bereits einige Abschlüsse vermelden." Nachfragen bei einzelnen Messeständen brachten ähnliche Aussagen.

Für die einzigartige Mischung, die auch neue Besucher mit "Mobilen Robotern und Autonomen Systemen" in Kontakt brachte, sorgten vor allem die RoboCup German Open. Die offenen deutschen Meisterschaften im Roboterfußball und anderen Disziplinen fanden zum zweiten Mal auf der Hannover Messe (21. bis 25. April) statt.

Während sie im letzten Jahr noch testweise in eigenen Pavillons abseits des übrigen Messegeschehens ausgetragen wurden, waren sie diesmal voll in den Ausstellungsbereich integriert.

Der Effekt war verblüffend. Der vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) organisierte Roboterwettbewerb zog nicht nur Publikum an, sondern sorgte auch für eine offene, lockere Atmosphäre, in der sich Menschen und Roboter wie selbstverständlich miteinander mischten. Wenn etwa der Roboter der Real-Time Systems Group (RTS) der Universität Hannover seine Runden drehte, wurde er kaum als Fremdkörper oder um Aufmerksamkeit heischender Werbeartikel wahrgenommen, sondern gehörte einfach dazu.

Das liegt natürlich auch daran, dass die mobile Robotik mittlerweile über das Niveau des reinen Marketing-Gags hinaus ist. So fand der Hannoveraner Roboter zuverlässig seinen Weg durch die Halle, indem er sich per rotierendem Laserscanner an den Deckenstrukturen orientierte. Die gleiche Technologie steckt in einem autonomen Gabelstapler, den die RTS gemeinsam mit der Still GmbH entwickelt hat und der in der "Mobile Area" der Messehalle gezielt Europaletten aus dem Regal holte.

"Wir haben jetzt einen Markt für mobile Roboter, der sich seit einigen Jahren entwickelt", sagte Thomas Rilke, Leiter des Bereichs Industrielle Automation bei der Hannover Messe. "Mit dem Angebot in Halle 25 denken wir nicht nur an den Einkäufer, sondern auch an den Entwickler, der mobile Subsysteme in seine Produkte integrieren will." Mobile Roboter ermöglichten etwa im Anlagenbau eine ganz neue Flexibilität.

Der Netzwerkgedanke steht im Vordergrund: das Zusammenbringen von Akteuren, die sonst unterschiedliche Messen und Konferenzen besuchen. Gerade deswegen ist Rilke besonders glücklich über die zunächst bis 2011 vereinbarte Zusammenarbeit mit dem RoboCup, einem der, wie er sagte, "bedeutsamsten Ereignisse in der Szene der mobilen Roboter". "Die Mobile Robotik ist ja nicht nur ein neuer Ausstellungsbereich", so Rilke, "sondern soll auch zu einem Treffpunkt werden. Und über die teilnehmenden RoboCup-Teams sind bereits viele der bedeutendsten Institute eingebunden."

Der neue Austragungsort und das harmonische Miteinander von Ausstellern, Forschungsinstituten und RoboCup-Teams waren das beherrschende Thema, das den eigentlichen Wettbewerb fast in den Hintergrund drängte. Knapp 150 Teams traten an, zwei Drittel davon im Junior-Bereich für Schüler bis 19 Jahre. Für sie war an den Turniererfolg die Qualifikation für die RoboCup-Weltmeisterschaft Mitte Juli im chinesischen Suzhou gebunden, die 18 Teams gelang.

Für die Senioren sind die German Open dagegen in erster Linie ein Test für die WM, bei dem die Teams ihre Roboter unter realen Turnierbedingungen erproben können. Wenn die Platzierung hinter den Erwartungen zurück bleibt, ist das zwar enttäuschend, verhindert aber nicht die WM-Teilnahme.

Hier und da mag sich ein Dämpfer in Hannover sogar als entscheidend für den Erfolg in Suzhou erweisen. So mussten sich die Darmstadt Dribblers von der TU Darmstadt in der Liga der humanoiden Roboter mit einem dritten Platz begnügen, weil das neu entwickelte Zusammenspiel von Microcontroller für die Basisfunktionen und Computer für höhere kognitive Funktionen nicht ausreichend getestet war.

Im Halbfinale zerstörte dann auch noch eine lockere Schraube die Hoffnungen aufs Endspiel - schmerzliche, aber wichtige Erfahrungen, um bei der WM besser vorbereitet anzutreten. Das Finale bei den Humanoiden bestritt diesmal das relativ neue Team Fumanoid von der FU Berlin gegen den amtierenden Weltmeister NimbRo von den Unis von Bonn und Freiburg und unterlag erwartungsgemäß mit 10:0.

Ein besonderer Star der RoboCup German Open war Nao, der neue zweibeinige Standardroboter von der französischen Firma Aldebaran, der Sonys Vierbeiner Aibo ablösen soll. Er ist für Teams, die nichts an der Hardware verändern und sich ausschließlich der Programmierung widmen wollen. Spiele wird Nao aber erst in Suzhou absolvieren. Für Hannover wurden die Modelle zu spät ausgeliefert, mehr als ein paar holprige Schritte und ein freundliches Winken mit dem Arm waren deshalb nicht drin.

Überraschender Sieger in der Middle Size League der radgetriebenen, komplett autonomen Roboter wurde das Team Tech United von der TU Eindhoven. Zwei hohe Bälle, die für die Bildverarbeitung des Torwarts schwer zu kalkulieren waren, kickten in einem spannenden Halbfinale zunächst den amtierenden Weltmeister Brainstormers Tribots von der Uni Osnabrück mit 2:1 aus dem Turnier. Im Finale, das sich aufgrund von WLAN-Problemen recht zäh dahin zog, mussten sich nach der Entscheidung durch Strafstöße dann auch die CoPS von der Uni Stuttgart den Niederländern geschlagen geben. HANS-ARTHUR MARSISKE

Hannover Messe 2008

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