RoboCup German Open in Hannover. Quelle: informatik.uni-freiburg.de

Roboterfußballvirus beim RoboCup

German Open: Betreiber wie Teilnehmer begeistert

von Hans-Arthur Marsiske

Die RoboCup German Open sind auf einem guten Weg. Das ist das Fazit nach den ersten offenen deutschen Roboterfußballmeisterschaften auf der Hannover Messe. Alle Beteiligten zeigten sich mit dem neuen Veranstaltungsort hoch zufrieden. Die Räumlichkeiten wurden als sehr angenehm empfunden, vor allem aber die Möglichkeiten, mit ausstellenden Firmen und Instituten unkompliziert in Kontakt zu kommen.

 
 
 
 

Die Roboter hatten dagegen zunächst mehr Probleme, sich auf die neue Umgebung einzustellen. Besonders deutlich zeigte sich das bei der Middle Size League, die erstmals auf einem doppelt so großen Feld wie bisher spielte. Da war es für die Roboter nicht nur schwierig, den Überblick zu behalten.

 

Auch die Lichtverhältnisse waren für viele Teams schlechter einzuschätzen. Gerald Steinbauer von der Technischen Universität Graz und Leiter des Teams Mostly Harmless, dessen Roboter sich häufig gar nicht bewegten, erklärt das Problem: "Wenn viele Zuschauer da waren und den Eingangsbereich verdeckten, konnten unsere Roboter gut sehen. Wenn die Zuschauer weg waren und das Tageslicht ungefiltert herein schien, sahen sie dagegen nur noch weiß." Gegen eine solche ungleichmäßige und sich zudem kurzfristig ändernde Beleuchtung mussten die Teams erst mal Rezepte entwickeln.

 

Schnell und präzise

Am besten gelang das den Brainstormers Tribots (Uni Osnabrück) und den CoPS (Uni Stuttgart), die erwartungsgemäß das Endspiel bestritten. Es war eine Begegnung, wie man sie sich für das Ende eines solchen Turniers kaum besser wünschen kann. Beide Teams hatten während der vorangegangenen Tage an Schnelligkeit und Präzision enorm zugelegt und waren praktisch gleich stark.

 

Stuttgart ging mit 1:0 schnell in Führung, aber die Tribots konnten schon wenige Minuten später den Anschlusstreffer erzielen. Das schöne Dribbling, mit dem die CoPS das erste Tor vorbereiteten, gelang ihnen im weiteren Verlauf des Spiels dann allerdings nicht mehr so gut. Auch die Tribots zeigten Schwächen, schossen am Ende aber ein Tor mehr als die Stuttgarter: 3:2.

 

Hauch einer aussterbenden Liga

Die vierbeinigen Roboter der Aibo-Liga, über der ein wenig der Hauch einer aussterbenden Liga lag, steigerten sich ebenfalls und boten den Zuschauern packende Finalspiele. Am Ende besiegte das German Team den amtierenden Weltmeister Nubots von der australischen University of Newcastle. Wettbewerbsleiter Matthias Jüngel widersprach bei der Preisverleihung denn auch dem Eindruck, dass die Vierbeiner-Liga am Ende sei. Immerhin war sie bei diesem Turnier zahlenmäßig am stärksten besetzt. Außerdem ist die Suche nach einem Nachfolgermodell für den Aibo, dessen Produktion und Entwicklung Sony vor einem Jahr eingestellt hat, in vollem Gange. Und der Verlauf der German Open scheint den Optimismus, dass so ein Nachfolger gefunden werden kann, zu beflügeln.

 

Auf jeden Fall haben die RoboCup German Open mit der Hannover Messe eine neue Heimat gefunden. Sepp D. Heckmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, zeigte sich bei der Preisverleihung sehr begeistert von der Veranstaltung. Bereits bei der Eröffnung war verkündet worden, dass das Turnier im kommenden Jahr von einer großen Roboterausstellung begleitet werden soll.

 

Positiver Ausblick

Und zum Schluss versicherte Thomas Christaller, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, jetzt noch einmal, dass die nächsten German Open größer und besser werden sollen. Vor allem sollen die Endspiele dann am letzten Messetag und nicht einen Tag danach stattfinden. Bis dahin werden die Organisatoren sicherlich auch eine Lösung finden, um mehr Zuschauern die Teilnahme zu ermöglichen.