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Maschinenstürmer mit Ballgefühl

In Padua wurden die Fußball-Weltmeisterschaften für Fußballroboter ausgetragen

von Hans-Arthur Marsiske und Manuela Stabaty

Padua -  Live-Übertragungen im Fernsehen gab es von dieser Fußball-Weltmeisterschaft nicht. Die 250 Kickerteams aus 35 Ländern kämpften im italienischen Padua nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit. Denn nicht Spieler aus Fleisch und Blut, sondern leblose Roboter mit Hirnen aus Siliziumchips kämpften diese Woche um den begehrten Weltmeistertitel des "Robocup", der seit 1997 jährlich ausgetragen wird.

Das Finale in der "Königsklasse" der Roboterweltmeisterschaft, der so genannten Middle Size League, trugen wie bereits im vergangenen Jahr zwei japanische Teams untereinander aus. Die High-Tech-Kicker der Kyushu University schlugen die Roboter des Kanazawa Institute of Technology überlegen mit 6:3. Für eine große Überraschung sorgte indes der Robocup-Neuling Persia aus dem Iran, der sich sofort einen dritten Platz erkämpfen konnte.

Der Robocup wird in zwei weiteren Klassen ausgetragen - der Small Size League und der Simulationsliga. Die Small Size Robots flitzen wendig über ein nur tischtennisplattengroßes Spielfeld. Im Gegensatz zu ihren größeren Kollegen agieren sie nicht autonom, sondern werden von externen Computerprogrammen mit Kameras gesteuert. In der Simulationsliga treten Computer gegeneinander an zum virtuellen Match im Cyberspace. In diesen beiden Klassen konnten deutsche Teams in Padua jeweils einen dritten Platz erringen. Die Mini-Robots der FU Fighters von der Freien Universität Berlin brillierten mit sehr schönem Passspiel, das beim Roboterfußball eher Seltenheitswert hat. Das Finale in dieser Klasse wurde zwischen den Big Red von der Cornell University (USA) und den Roboroos aus Brisbane (Australien) durch ein Golden Goal für die Amerikaner entschieden. Beim Fußballsimulieren brachten es die Brainstormers der Universität Dortmund zur Bronzemedaille.

Artikel erschienen am 11. Jul 2003

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