Hamburger Abendblatt


Wissenschaft

Schwarze L–cher im Planetarium


Dem ersten "Schwarzen Loch" begegnen Planetariumsbesucher schon im Eingangsbereich: Wer eine M¸nze in den geschwungenen Plastiktrichter rollen l”sst, kann verfolgen, wie sie auf immer engeren Bahnen, immer schneller um das zentrale Loch kreist - bis sie mit einem letzten Aufblitzen darin verschwindet und sich in eine Spende f¸r das Himmelstheater verwandelt.

Die realen Schwarzen L–cher im Weltall kann man nicht sehen, da ihre Schwerkraft so groþ ist, dass nicht einmal Licht ihr entkommt. Sie machen sich nur bemerkbar durch die Materie, die in sie hineinst¸rzt und kurz vorm endg¸ltigen Verschwinden noch einmal R–ntgenblitze aussendet, der M¸nze nicht ganz un”hnlich.

Doch damit ersch–pfen sich die Analogien. Und so waren am Freitagabend im Planetarium einige Vorkenntnisse hilfreich, um dem Gastvortrag G¸nther Hasingers (Bild), Direktor des Max-Planck-Instituts f¸r Extraterrestrische Physik in Garching, ¸ber "Die Entwicklung der Schwarzen L–cher im Universum" folgen zu k–nnen. Hasinger konnte zum Beispiel nur kurz auf die Lebenszyklen von Sternen eingehen. Sterne, die mehr als 30-mal so groþ sind wie unsere Sonne, kollabieren am Ende ihres Lebens zu einem Schwarzen Loch, erz”hlte er. Warum, musste an diesem Abend offen bleiben.

Denn diese so genannten "Stellaren Schwarzen L–cher" sind nicht die einzige Erscheinungsform. Daneben gibt es die "Supermassiven Schwarzen L–cher" mit der millionen- oder sogar milliardenfachen Masse der Sonne. Auch im Zentrum unserer Milchstraþe befindet sich so ein gefr”þiges Monstrum. Selbst die Erde w¸rde zu einem Schwarzen Loch werden - wenn man sie auf eine Kugel von knapp zwei Zentimeter Durchmesser komprimieren k–nnte.

Max-Planck-Institut f¸r Extra-terrestrische Physik: www.mpe.mpg.de Hans-Arthur Marsiske

erschienen am 23. Dez 2003 in Wissenschaft

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