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Sonde auf dem Weg zur Asteroiden-Erkundung

Japanische Mission "Muses-C" am Freitag gestartet - Probennahme und Transport zur Erde geplant

von Hans-Arthur Marsiske

"Muses-C" ist auf dem Weg  
"Muses-C" ist auf dem Weg
Foto: AP
 

Uchinoura -  Der Start der Asteroidensonde erfolgte gestern auf dem Kagoshima Space Center im Süden Japans. Mit ihr könnte es Japan gelingen, erstmals eine irdische Sonde weich auf einem kleinem Himmelskörper abzusetzen, und zwar auf dem vergleichsweise erdnahen, etwa 500 Meter durchmessenden Asteroiden 1998SF36. Der ist bei der Landung "nur" knapp doppelt so weit von der Erde entfernt wie die Sonne. "Muses-C" soll von dem Himmelskörper auch wieder abheben und Oberflächenproben zur Erde bringen. Solche Proben können wichtige Aufschlüsse über die Geschichte des Sonnensystems bieten.

Damit hat Japan einen Vorsprung errungen: Im Januar dieses Jahres war nach Problemen mit der Trägerrakete Ariane der Start der europäischen Kometensonde "Rosetta" abgesagt worden. Bis zu einem neuen Kometenflug wird es noch weitere Monate dauern.

Der Flugplan sieht vor, dass "Muses-C" im Sommer 2005 in eine Umlaufbahn um den Asteroiden einschwenkt und nach etwa fünf Monaten der Erkundung zur Erde zurückkehrt und dort im Sommer 2007 ankommt.

In erster Linie dient die Mission der Technologie-Erprobung. Dabei geht es um vier Schlüsseltechnologien: elektrisches Antriebssystem, Probensammlung, Rücktransport zur Erde sowie autonome Navigation. "Muses-C" ist mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet, bei dem das Edelgas Xenon durch Mikrowellen ionisiert, anschließend in einem elektrischen Feld beschleunigt und aus dem Triebwerk ausgestoßen wird. Verglichen mit konventionellen chemischen Antrieben ist die Schubkraft zwar extrem gering, die Gesamteffizienz aber höher. Ein elektrischer Antrieb kann über sehr lange Zeit betrieben werden: Ein baugleiches Modell läuft bereits seit über 18 000 Stunden problemlos.

Ein weiterer Vorteil dieses Antriebs liegt in der Gewichtsersparnis: Die etwa 500 Kilogramm schwere Sonde kann dadurch mit der relativ kleinen japanischen M-V-Rakete gestartet werden.

Da die Landung auf dem Asteroiden auf Grund der minutenlangen Laufzeiten der Funksignale nicht ferngesteuert werden kann, ist die Sonde mit einem hohen Grad an Autonomie ausgestattet. Mit Hilfe verschiedener Sensoren kann sie sich unter anderem an markanten Landschaftsformen orientieren. Ein vor der Landung aus etwa 100 Meter Höhe abgeworfener, reflektierender "Target Marker" soll helfen, den Zielpunkt anzusteuern. Kurz vor Erreichen der Oberfläche wird das Triebwerk abgeschaltet, um Verunreinigungen des Bodens und damit der Bodenproben zu vermeiden.

Das Einsammeln der Proben beginnt, sobald das hierfür vorgesehene, trichterförmige Rohr Kontakt mit der Oberfläche hat: Hierfür wird zunächst eine mehrere Gramm schwere Kugel mit 300 Metern pro Sekunde auf die Oberfläche geschleudert. Der dadurch aufgewirbelte Staub wird in einen Container gesogen. Der Vorgang dauert etwa eine Sekunde und soll an mehreren Stellen des Asteroiden durchgeführt werden. Die Proben werden dann nach der Rückkehr im Sommer 2007 in einer kleinen Kapsel abgeworfen werden. Auf Grund der extrem hohen Temperaturen beim Wiedereintritt ist diese Kapsel mit einem besonderen Hitzeschild ausgestattet. Die letzten Meter in der Atmosphäre soll sie an einem Fallschirm herabschweben. Funksignale helfen, den Aufschlagort zu lokalisieren.

Weitere Informationen im Web:

www.nasda.go.jp/countdown/index_e.html

Artikel erschienen am 10. Mai 2003

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