Mehr als ein Spiel: die kickenden Maschinen
Von Hans-Arthur Marsiske
Der Verteidiger vom portugiesischen Team "Minho" hatte keine Chance. Der Gegenspieler der "Brainstormers Tribots" hob den Ball einfach über ihn weg ins obere linke Eck. Das eröffnete einen Torreigen, der mit 5:1 endete, und den Brainstormers bei den RoboCup German Open den zweiten Sieg in Folge brachte.
Fußballturniere für Roboter entwickeln sich zur Formel 1 der Robotik. Spielerisch werden Basistechnologien für autonome, mobile Roboter entwickelt: Grundlage für Anwendungen in Fabriken, Büros und Haushalten. Das Fernziel des RoboCup: Bis 2050 mit einem Team humanoider Roboter den menschlichen Fußballweltmeister zu schlagen.
Damit ist der RoboCup ein Gegenentwurf zu Schreckensvisionen von Killermaschinen in Kinos und der militärischen Praxis. Das Schöne an der Idee, die auf den japanischen Informatiker Hiroaki Kitano zurückgeht: Sie sieht im Roboter den Spielgefährten. Aber die Maschinen können auch andere Aufgaben bewältigen.
Die auf 4000 Wissenschaftler in 40 Ländern gewachsene RoboCup-Gemeinde ist überzeugt, daß sich bei dem visionären Technologieprojekt Anwendungen und kommerzieller Nutzen von selbst ergeben. So wird der an der Universität Freiburg entwickelte Kickerroboter, an dem Menschen gegen Computer spielen, unter dem Namen StarKick für Spielhallen und Vergnügungsparks angeboten.
Dennoch löst ein Projekt, dessen Nutzen schlecht kalkulierbar ist, hierzulande erstaunliches Befremden aus. So wurde die Förderung der deutschen RoboCup-Teams im Rahmen eines Forschungsschwerpunkts der Deutschen Forschungsgemeinschaft erst im zweiten Anlauf bewilligt - nachdem der ausreichend ernsthaft klingende Titel "Kooperierende Teams mobiler Roboter in dynamischen Umgebungen" gefunden war.
Die Fußball-Roboter im Internet: www.robocup.org
www.robocup-german-open.de
erschienen am 7. Juni 2005
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