24.05.2011 00:05
Mit fünf Jahren Verspätung sollen am 20. Oktober dieses Jahres die ersten beiden Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo in den Orbit befördert werden. Das geht aus einer Mitteilung[1] der European Space Agency (ESA) hervor. Ursprünglich war der erste Satellitenstart für 2006 vorgesehen. Im Jahr 2008 sollte das System voll einsatzbereit sein.
Die Pläne für die europäische Konkurrenz zum US-amerikanischen GPS gehen bis ins Jahr 1994 zurück. Die Verzögerungen bei der Umsetzung gehen vorrangig auf politische Probleme zurück. Bei der Kooperation zwischen EU und der europäischen Weltraumorganisation ESA taten sich die Mitgliedsländer der EU zunächst schwer, sich überhaupt zu einigen. Nachdem die EU-Verkehrsminister im Jahr 2002 beschlossen[2], Galileo zu bauen, gab es Streit über die Führungspositionen in dem Milliardenprojekt. Dann zeigte sich, dass sich die Privatwirtschaft weit weniger als im erwarteten Maße an der Finanzierung beteiligen würde.
[Update: Nachdem zwischenzeitlich das gesamte Projekt zu scheitern drohte, kam es im Sommer 2008 dann endlich zur Ausschreibung[3] an die europäische Industrie. Dabei gewann ein vom Bremer Luft- und Raumfahrtkonzern OHB Technology[4] geleitetes Konsortium den Auftrag für den Bau der ersten 14 voll operationsfähigen Satelliten.]
[Update: Zunächst soll aber eine Testkonstellation aus vier Satelliten aufgebaut werden, die unter der Leitung von EADS Astrium[5] hergestellt wurden.]
Diese Satelliten und die dazu gehörige Infrastruktur am Boden haben
jetzt die technische Prüfung durch den ESA-Generaldirektor Jean-Jacques
Dordain bestanden, der daraufhin grünes Licht für den Start im Oktober
gab. Dabei soll erstmals eine russische Sojus-Rakete vom europäischen
Weltraumzentrum in Kourou abheben.
Dordain sieht in der Terminüberschreitung um fünf Jahre "ein
perfektes Beispiel europäischer und internationaler Kooperation". Wenn
die Ingenieure, die für den Bau und den Transport der Satelliten
verantwortlich sind, sich an diesem Verständnis von Perfektion
orientierten, würde wahrscheinlich nie ein Satellit die Umlaufbahn
erreichen. (Hans-Arthur Marsiske)
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(anw[6])
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[1] http://www.esa.int/esaNA/SEM9IVMSNNG_galileo_0.html
[2] http://www.heise.de/meldung/Startschuss-fuer-Galileo-56864.html
[3] http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/08/1068&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
[4] http://www.ohb.de/projekt-galileo.html
[5] http://www.astrium.eads.net/de/programme/galileo.html
[6] mailto:anw@ct.de