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| 16.08.2007 21:37 |
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Nachdem diese erste Etappe abgearbeitet war, ging es dann aber in der richtigen Richtung weiter, wenn auch langsam und im Zickzack-Kurs, bei dem der Roboter auch vor riskanten Ausflügen auf die schräge Grasböschung nicht zurückschreckte. Es war aber nicht diese Risikobereitschaft, die sich nachteilig auswirkte, sondern die Einsatzfreude der menschlichen Betreuer. Die hatten in der Nacht zuvor noch lange am System gefeilt – mit dem Effekt, dass die Akkus jetzt nicht mehr ausreichend geladen waren. Schon bald nach der ersten Kurve machte Ravon schlapp und musste aus dem Rennen genommen werden.
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ELROB ist von Teilnehmern in Anspielung auf die Grand Challenge der US-Militärforschungsbehörde DARPA[2] ironisch auch als die "European Not-So-Grand Challenge" bezeichnet worden. Hinsichtlich der finanziellen Ausstattung des Wettbewerbs und der Zahl der teilnehmenden Teams mag das zutreffen. Die technische Herausforderung ist aber mindestens gleichwertig. "Ich habe die Grand Challenge im letzten Jahr sehr genau verfolgt", sagte Hans-Joachim Wünsche von der Universität der Bundeswehr[3] in München. "Die diesjährige Waldstrecke bei ELROB ist erheblich schwieriger."
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Bei der DARPA Grand Challenge mussten die Teilnehmer dagegen eine Wüstenstrecke bewältigen, auf der die Wege größtenteils nicht asphaltiert und dadurch schwerer zu erkennen waren. Immerhin aber gab es erhöhte Wegkanten, die den Fahrzeugen als Orientierungshilfe dienen konnten. Zudem hatten die Organisatoren die Wege zuvor mit einer Planierraupe geglättet. Nichts dergleichen gab es bei der ELROB. Die Waldwege waren unverändert, teilweise extrem holprig und hatten keine klare Begrenzung. Die dichte Vegetation sorgte für sehr schwierige Lichtverhältnisse.
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Auf diese Weise ließ sich sowohl die urbane als auch die nicht-urbane Strecke relativ zügig bewältigen. Das Fahrzeug kehrte schon nach etwa 30 Minuten an den Ausgangspunkt zurück. Allerdings wurde die nicht-urbane Strecke nicht offiziell gewertet, da Mitglieder des Teams am Tag zuvor mit dem Auto auf der Wettbewerbsstrecke gesehen worden waren, was ausdrücklich verboten ist. Dennoch machte die Leistung der Münchner großen Eindruck und wurde mit dem zweiten Platz honoriert. Wünsche zeigte sich hoch zufrieden. "Für das Zusammenwachsen des Teams war die Teilnahme ungeheuer wichtig", sagte er. "In den wenigen Tagen ist so viel passiert wie sonst in drei Monaten."
Offiziell hat nur der Roboter Amor von der Universität Siegen[5] beide Strecken, die urbane und die nicht-urbane, bewältigt. Wie bei den Münchnern ging das allerdings nicht ganz ohne manuelle Eingriffe. Insbesondere wenn sich die Roboter sehr gefährlichen Böschungen näherten, übernahm der menschliche Operator mehrfach die Kontrolle. Da die Siegener aber die meisten Schilder fanden, reichte das für den Sieg in dieser Kategorie.
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| Blick aus dem Münchner Fahrzeug während einer autonomen Fahrt. Der Monitor des Laptops zeigt die Daten des Laserscanners. | |
Unabhängig von der eigenen Platzierung haben sich alle Teilnehmer hoch zufrieden über die Veranstaltung geäußert. Roboterwettbewerbe wie dieser bieten Möglichkeiten zum intensiven Gedankenaustausch und zur Knüpfung von Kontakten wie sonst kaum eine konventionelle Konferenz. Die hohe Motivation der Teammitglieder war auch daran zu erkennen, dass viele von ihnen die Nächte durchgearbeitet haben, um die Roboter möglichst optimal zum Laufen zu bringen. Dass vieles trotzdem nicht klappte, sorgte allenfalls vorübergehend für Frustration. Denn die Fehler und Schwächen der Systeme, die hier auftraten, wären sonst womöglich selbst in wochenlangen Tests in den heimischen Laboren nicht gefunden worden. Insofern gab die Veranstaltung eine Fülle von Anregungen für die weiteren Entwicklungen.
Nach der militärischen ELROB, die im vergangenen Jahr erstmals veranstaltet worden war, hat sich auch die zivile Version grundsätzlich bewährt. An den Feinheiten des Regelsystems wie auch der Öffentlichkeitsarbeit muss aber noch gefeilt werden. (Hans-Arthur Marsiske) /
Zum ELROB (European Land-Robot Trial) 2007 siehe auch:
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Links in diesem Artikel:
[1] http://agrosy.informatik.uni-kl.de/
[2] http://www.heise.de/newsticker/meldung/64736
[3] http://www.unibw.de/
[4] http://en.wikipedia.org/wiki/Ernst_Dickmanns
[5] http://www.ezls.fb12.uni-siegen.de/
[6] http://www.btse.de/
[7] http://www.uni-hannover.de/de/
[8] http://www.ee.oulu.fi/research/robotics/
[9] http://www.c-elrob.eu/
[10] http://www.heise.de/newsticker/meldung/94433
[11] http://www.heise.de/newsticker/meldung/94364
[12] http://www.heise.de/newsticker/meldung/94304
[13] http://www.heise.de/newsticker/meldung/94269
[14] mailto:pmz@ct.heise.de
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