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Insekten als Vorbild für farbensehende Fußball-Roboter

von Hans-Arthur Marsiske

London - Bienen können selbst unter wechselnden Lichtverhältnissen Farben präzise identifizieren. Dafür setzen sie offenbar die spektralen Informationen wichtiger Objekte zueinander in Beziehung. Zu dieser Schlußfolgerung kommt eine Studie britischer Forscher, die in der aktuellen Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen ist.

Computergesteuerte Bildverarbeitungssysteme haben derzeit noch große Schwierigkeiten mit dieser sogenannten Farbkonstanz. So gibt es bei Roboterfußballturnieren häufig großes Geschrei, sobald jemand am Licht dreht. Denn die autonomen Roboterkicker erkennen den orangefarbenen Ball nur unter genau definierten Lichtverhältnissen. Ein bißchen dunkler oder heller, und schon erscheint er rot, pink oder gelb und wird nicht mehr gefunden.

Bienen könnten mit so einer schwachen Farbwahrnehmung nicht überleben. Sie müssen Blüten auch dann wiederfinden können, wenn sich der Himmel bewölkt hat oder ein Baumschatten weitergewandert ist.

Um dieser bemerkenswerten Fähigkeit auf den Grund zu gehen, haben Ray Beau Lotto und Martina Wicklein vom University College London Erdhummeln (Bombus terrestris) darauf trainiert, Nahrung auf künstlichen "Blüten" aus Plexiglas zu sammeln. Diese waren durch vier verschiedenfarbige Lichtquellen erleuchtet, nur eine Farbe versprach Nahrung. Die Zielobjekte wurden in vier Quadraten von jeweils 16 Blüten angeordnet, wobei jedes Quadrat andersfarbig hinterleuchtet war.

Trotz dieser schwierigen Lichtverhältnisse und ohne sich am Geruch orientieren zu können, fanden die Hummeln die richtigen Blüten. Offensichtlich haben die Insekten deren Farben nicht anhand ihres Verhältnisses zur Hintergrundbeleuchtung identifiziert, sondern anhand des Verhältnisses zu den anderen Blüten. Sie wählten gewissermaßen die jeweils grünst-blausten Blüten.

Artikel erschienen am Fr, 11. November 2005

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